Der Blinde Fleck

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Blinder Fleck

Das Legesystem Blinder Fleck untersucht ein Thema, das im eigenen Leben eine große Rolle spielt.

Das kann die eigene Person sein oder eine wichtige Angelegenheit. Vielleicht geht es auch um eine Einsicht, die erkannt oder eine entscheidende Frage, die beantwortet werden muss.

Die Legung stellt dar, was Andere wahrnehmen und was man selbst sieht. Und sie verrät ein Geheimnis, das bisher allen verborgen geblieben ist.

Bedeutung der Positionen - Blinder Fleck

1. Das Bekannte

Was man selbst erkennen kann und auch Andere bemerken. Dabei handelt es sich um Dinge, die einem bewusst sind und die auch nach außen getragen werden, egal ob absichtlich oder versehentlich, sodass sie die Menschen um einen herum meist nicht übersehen.

2. Meine Sichtweise

Was mir auffällt, Andere jedoch nicht zur Kenntnis nehmen. Das können Geheimnisse oder private Gedanken sein, die man gut behütet. Doch vielleicht geht es auch um Eigenschaften, von denen man eigentlich ganz gerne hätte, dass auch Andere davon erfahren, nur dass niemand Wind davon bekommt.

3. Fremde Sichtweise

Was Anderen ins Auge sticht, mir aber verborgen bleibt. An dieser Stelle des Legesystems wird im Grunde der Blinde Fleck dargestellt. Etwas ist da, wird von den Mitmenschen wahrgenommen, doch als Betroffener erfährt man davon nur, wenn die einem das mitteilen, beispielsweise als Lob oder als Kritik.

4. Das Unbekannte

Was niemand erkennt. Diese Karte stellt meist die unterbewusste Ebene dar. Dann geht es um verborgene Ängste oder geheime Hoffnungen. Es kann sich aber auch um etwas Offenkundiges handeln, das mit dem Thema der Fragestellung oder mit der eigenen Person zu tun hat, aber aus irgendwelchen Gründen keinem Menschen auffällt.

Der Blinde Fleck in der Praxis

Die Denkweise, die dem Legemuster des Blindes Flecks zugrunde liegt, kommt nicht nur beim Kartenlegen zum Einsatz. Auch in anderen Wissensgebieten wie der Psychologie oder der Betriebswirtschaftslehre wird diese Methode verwendet, um soziale Realitäten zu erfassen. So könnte das Miteinander in einem Team oder in der gesamten Abteilung eines Unternehmens mithilfe dieses Modells untersucht werden, natürlich stets aus der Sicht des Fragestellers oder der Person, die im Fokus steht.

Beim Kartenlegen bieten sich zwei Wege an, um das System sinnvoll einzusetzen. Der erste Weg ist die klassische Legung. Die Karten werden befragt und man betrachtet die Ergebnisse als feststehende Antwort des Schicksals, das einem auf diese Weise etwas mitteilt.

Der zweite Weg ist etwas psychoanalytischer. Hier geht es nicht nur um die Karte, die an der jeweiligen Position erscheint, sondern auch um die eigene Reaktion darauf. Stimme ich dem zu oder regen sich bei mir Widerstände gegen das gelegte Ergebnis? Hätte ich an der Stelle eher etwas anderes erwartet?

Durch eine solche Selbstbetrachtung wird der Blinde Fleck als Selbsterfahrungsspiel betrieben. Dem Legesystem können dann auch gerne mehrmals hintereinander Antworten entlockt werden, ohne dass deren Bedeutung geschmälert wird. Im Blickpunkt stehen innere Regungen, die bei Betrachtung des Ergebnisses aufkommen. Und die sind auch nach der vierten oder sogar zehnten online Legung noch interessant.